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Das ist Frau Remmers, genannt Ute

Pädagogische Leiterin der beiden Ritterhuder DRK-Kindergärten geht nach 35 Dienstjahren in den Ruhestand

Ritterhude. Eine Stellenanzeige im Weser Kurier war vor 35 Jahren der Auslöser. Der Ritterhuder Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) suchte eine Erzieherin für seinen Kindergarten in der Stettiner Straße und fand sie in Ute Remmers. „Das war überraschend für mich. In meiner Heimat Hessen gab es seinerzeit keine vom DRK getragenen Kindergärten“, so Ute Remmers. Nach ersten Berufsjahren auf Borkum, wo sie ihren Mann kennenlernte, hatte die gebürtige Kasselerin fünf Jahre in Bebra bei Bad Hersfeld und anschließend ein knappes Jahr in einer Drogenklinik in Zeven gearbeitet. In den beiden Kindergärten des DRK-Ortsverbandes  Ritterhude fand sie ihre Leben saufgabe. Sie wurden für mehr als drei Jahrzehnte ihre berufliche Heimat. Schon als kleines Mädchen in Hessen hatte sie am Zaun des örtlichen Kindergartens gestanden und sehnsüchtig hineingespäht. „Ich wollte so gern da hin. Aber meine Mutter erklärte mir, dass das nur für Kinder von berufstätigen Müttern gedacht ist“, erzählt sie.

Ab 1983 leitete Ute Remmers die DRK-Einrichtung in der Stettiner Straße. Zehn Jahre später entstand am Moormannskamp ein weiterer DRK-Kindergarten, dessen Leitung sie ebenfalls übernahm. Da sie über eine entsprechende heilpädagogische Zusatzqualifikation verfügte, konnte am Moormannskamp schon 1994 eine Integrationsgruppe eingerichtet werden. „Wir haben jetzt 46 Kinder, die mittags eine warme Mahlzeit erhalten, 1994 waren es nur zwei“, erinnert sich die Erzieherin. Heute managt Ute Remmers mit ihrem 20-köpfigen Mitarbeiterteam die beiden Kitas, zu der am Moormannskamp eine Krippe, eine Integrationsgruppe und eine Regelgruppe zählen.

„Das hier ist Frau Remmers, genannt Ute“, so wurde sie einst im Kindergarten vorgestellt. Seither nennen die Kinder sie nur Ute. Generationen von Ritterhuder Jungen und Mädchen hat sie durch die Kindergartenzeit begleitet. Sie hat mit ihnen gespielt, gelernt, gesungen, gebastelt, getobt, gefrühstückt und auch mal ein Tränchen getrocknet. „Na, kennst Du mich noch?“, fragte sie jüngst ein junger Vater, der einst selbst zu ihren Schützlingen gehörte.

Die Kinder seien für sie immer leicht zu händeln gewesen, gesteht sie lächelnd. „Wenn man von Arbeit spricht, dann meint man die Eltern und den Verwaltungsaufwand, der im Laufe der Jahre angestiegen ist.“ Um die Erzieher zu entlasten, wurde am Moormannskamp vor zwei Jahren eine kostenlose Familienberatung für die Eltern eingerichtet.  Die Idee dazu entwickelten die Leiterinnen aller Ritterhuder Kitas gemeinsam während ihrer regelmäßig stattfindenden Treffen. Auch ein aus Spenden finanzierter Familiengesprächskreis wurde in der DRK-Einrichtung angeschoben. Mittlerweile ist die Gemeinde Ritterhude eingestiegen, um dieses Angebot für alle Ritterhuder Eltern zu öffnen.

Insgesamt vier Mal gestaltete Ute Remmers gemeinsam mit den Eltern das Spielgelände rund um die Einrichtung an der Stettiner Straße um. Hilfreich waren ihr dabei die Erinnerungen an ihre Kinderzeit in der Nähe eines Waldes: Kleine Wasserläufe, Sträucher und Büsche wurden in die Spielfläche integriert. Auch bei zahlreichen Renovierungen packte sie mit an. „Ute hat keinen Achtstunden-Tag gehabt. Sie hat sich über die Maßen eingesetzt“, lobt die ehrenamtliche Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Cornelia Bartelheimer das Engagement der Mitarbeiterin, die jetzt auf einem Erste-Hilfe-Fest in der Kita Moormannskamp verabschiedet wurde.

„Ich habe mit Eltern und Kindern wunderbare Feste gefeiert und ein gutes Miteinander erleben dürfen“, resümiert die scheidende Kita-Leiterin. Es soll ein langsamer Loslösungsprozess werden. Für ihre Kolleginnen Martina Krieger (Moormannskamp) und Julika Jentzsch (Stettiner Straße) wird sie weiterhin als Beraterin ansprechbar sein. Ute Remmers und ihr Mann Dieter wollen den DRK-Ortsverband Ritterhude weiterhin ehrenamtlich unterstützen: er als Schatzmeister, sie als Protokollführerin und Ratgeberin. „Es war eine schöne Zeit. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, versichert die künftige Ruheständlerin, die sich auf gemeinsame Wohnmobilreisen durch Europa mit ihrem Mann freut.

Text: Osterholzer-Kreisblatt

 

 

1. Juli 2018 20:20 Uhr. Alter: 16 Tage