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Hilfsaktion für kranke Menschen

Landrat Bernd Lütjen sammelt seit zehn Jahren Spenden für Typisierungen – Große Aktion in diesem Jahr

Foto: Osterholzer Kreisblatt vom 07.04.2018

Landkreis Osterholz. „Ich werde wohl eine Woche Urlaub nehmen“, sagt Bernd Lütjen. Faulenzen im Liegestuhl, den Garten auf Vordermann bringen oder andere Dinge kommen in dieser Zeit für den Landrat allerdings nicht infrage.

Vielmehr möchte sich Lütjen auf große Fahrradtour begeben. Welche Stationen es genau sein werden, weiß er noch nicht. Aber das Ziel ist schon klar: Lütjen möchte möglichst viele Spenden einsammeln.

 

Sie sollen dazu dienen, Typisierungsmaßnahmen zu finanzieren. Auf diesem Wege lassen sich mögliche Spender für Menschen mit schweren Bluterkrankungen wie Leukämie finden.

Deshalb plant der Landrat in diesem Jahr den ganz großen Aufschlag. In einem Pressegespräch am Freitag erläuterte Lütjen die weiteren Aktionen: Dazu gehören jeweils eine Typisierungsaktion im Kreishaus und im Kreiskrankenhaus, der Besuch möglichst aller 30 Schützenfeste in diesem Jahr im Landkreis und Lütjens Fahrradtour. Sie soll ihn auch über die Kreisgrenzen hinaus führen – vielleicht sogar bis zum Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) nach Bremen oder nach Oldenburg.

„Man muss mal ein paar verrückte Aktionen machen, um die Leute dazu zu kriegen, sich damit zu beschäftigen“, sagte Lütjen. Immerhin erhielten rund 11 000 Menschen jährlich allein in Deutschland die Diagnose Leukämie oder eine andere Erkrankung. Eine Knochenmark- oder Stammzellspende sei für sie oftmals die einzige Chance, um wieder gesund zu werden. Voraussetzung für eine effektive Hilfe sei jedoch, über möglichst viele Typisierungen viele potenzielle Spender zu gewinnen.

Leider würden die Krankenkassen die Kosten für eine Typisierung in Höhe von etwa 40 Euro pro Person nicht übernehmen. Deshalb bittet Lütjen Privatleute, Unternehmen oder Vereine, die etwas Gutes tun möchten, ebenfalls Geld zu spenden. Dies könne zum Beispiel im Rahmen von Feiern geschehen. Und sollte ein Unternehmen oder ein Verein eine Aktion zugunsten der Knochenmarkspende auf die Beine stellen, sei er auch bereit, selbst vor Ort zu erscheinen, um für die Sache zu werben.

Im Gepäck hat Lütjen dann sicherlich eines der Spendenschweine, um gleich vor Ort Geld einzusammeln. Unterstützer können aber auch an das Rote Kreuz spenden – und bekommen dafür sogar noch eine Spendenbescheinigung. Die Hilfsorganisation ist einer der Partner für das Anliegen des Landrats. Sie wickelt indes nicht nur die Spenden ab, sondern stellt auch das größtenteils ehrenamtlich tätige Personal für die Typisierungen. „Wir informieren aber auch, zum Beispiel im Rahmen unserer Blutspende-Termine“, sagte DRK-Kreisgeschäftsführer Patrick Grotheer.

Zum Gelingen der Lütjen'schen Spendenaktion tragen aber noch mehr Institutionen bei – so etwa die Feuerwehren und der Bezirksschützenverband Osterholz. „Es kann jederzeit auch Mitglieder von uns treffen“, begründete dessen Vizepräsident Joachim Kück das Engagement. Er selbst habe schon im Kollegenkreis mitbekommen, wie es Menschen trifft, wenn sie zum Beispiel an Leukämie erkranken. Die Schützen mit ihren zahlreichen Vereinen würden sich als Unterstützer gut eignen, war Kück überzeugt. „Wir sind eine große Familie.“

Davon hat sich der Landrat nach eigenen Worten schon mehrfach überzeugen können. Hintergrund: Lütjen engagiert sich seit zehn Jahren in Sachen Knochenmarkspende – im Jahr 2006 noch als Bürgermeister der Samtgemeinde Hambergen. Seitdem habe sich aus einer 500-Euro-Spende im Bürgermeister-Wahlkampf statt Plakatierung schnell mehr entwickelt. So sei er bei der zweiten Aktion auf die Schützenvereine gekommen. Bei seinen Schützenfestbesuchen habe er einfach das Spendenschwein mitgenommen. Lütjen erinnert sich: „Da ist richtig gutes Geld zusammengekommen.“ Es seien immerhin 6400 Euro gewesen. Auch bei Aktion Nummer drei im Jahr 2013 waren die Schützen neben anderen Institutionen wieder mit im Boot. Das Ergebnis: 12 500 Euro.

12. April 2018 13:01 Uhr. Alter: 20 Stunden