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Mitgliederwerbung an der Haustür

Das DRK intensiviert in Osterholz-Scharmbeck die Suche nach Mitgliedern. Dazu bedienen sich die Rotkreuzler einer Fremdfirma. Einzelheiten der geplanten Kampagne wurden jetzt vorab vorgestellt.

Studenten sind zwei Monate unterwegs, um über die Arbeit des DRK im Landkreis zu berichten. (Peter von Döllen)

„Ich bin mit dem Deutschen Roten Kreuz groß geworden“, sagt einer der Werber, die in den kommenden zwei Monaten in der Stadt Osterholz-Scharmbeck und deren Umgebung über die Hilfsorganisation informieren sollen. Er sei deshalb mit dem „Gefühl etwas Gutes zu tun“ dabei.

Jeweils acht junge Menschen werden in Zweierteams von Haustür zu Haustür gehen und klingeln. Eine Methode, die nicht selten Skepsis bei Hausbewohnern hervorruft. Dem möchte das DRK offen und mit Transparenz entgegenwirken.

„Die Leute tragen DRK-Dienstkleidung, nehmen kein Bargeld an und können sich ausweisen“, sagt Kreisgeschäftsführer Patrick Grotheer. Zudem  sei die Polizei über die Aktion informiert worden .

Grotheer sieht die Aktion als Öffentlichkeitsarbeit der Hilfsorganisation. Die jungen Leute sollen sich als Gesicht des DRK präsentieren und dessen humanitäre Arbeit vorstellen. Es gehe dabei eben nicht nur um  die Werbung von Fördermitgliedern oder Spenden. „Wir brauchen mehr helfende Hände“, sagt Carsten Koglin, Vorsitzender des Ortsvereins Osterholz-Scharmbeck. Bei den Ortsvereinen gehe es ausschließlich um ehrenamtliche Arbeit. Er zählt einige Beispiele auf: Krabbelgruppe, Organisation von Blutspenden, Arbeit mit Senioren oder die sogenannte Basargruppe, die häkelt oder strickt. Die handwerklichen Dinge, die dabei entstehen, werden auf Basaren angeboten und kommen einem guten Zweck zugute. Zudem gibt es eine Jugendgruppe. „Wir können nie genug Aktive haben“, sagt Koglin. „Ansonsten finden wir weitere Möglichkeiten für ehrenamtliche Arbeit.“

Wie alle Vereine habe der DRK aber mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Der demografische Wandel sei auch beim DRK zu spüren. Die Mitglieder würden immer älter. Auch deshalb werden bei der Aktion junge Leute eingesetzt. Sie könnten auch jüngere Menschen ansprechen und für die gemeinnützige Arbeit im DRK gewinnen. Der Ortsverein Osterholz-Scharmbeck ist da keine Ausnahme. Die Mitgliederzahlen gingen allgemein zurück, bemerkt auch Grotheer.

Das DRK im Landkreis sei aber nicht in der Lage, die Mitgliederwerbung aus eigener Kraft zu stemmen. Es setzt deshalb auf die Hilfe eines Unternehmens, das sich auf solche Kampagnen für Hilfsorganisationen spezialisiert hat. Neben dem DRK gehören unter anderem die Johanniter, der Nabu oder der Bund zu den Kunden. Die Mitarbeiter hätten sich gemeldet, weil sie Spaß an der Arbeit und den Gesprächen mit Interessierten hätten, erklärt Arnold Prader als Vertreter der Firma. Sie nutzten die Chance, etwas für das Studium zu verdienen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Sie bekommen eine Schulung. Natürlich würden sie auch speziell auf die Mitgliederwerbung im Landkreis vorbereitet. Sie bekommen genaue Informationen über die Organisation, die Arbeit und die Aufgaben des DRK.

Sie hätten keinen Druck, müssten keine Zahlen abliefern, versichert Prader. Die Angesprochenen bräuchten demnach nichts zu befürchten. Wer kein Gespräch führen oder kein Mitglied werden möchte, könne das einfach sagen. „Dann ist das in Ordnung“, sagt Grotheer. Und wer noch Zeit für eine Entscheidung brauche, bekomme sie auch. Im Übrigen gebe es keinen festen Mitgliedsbeitrag. Jeder könne selber bestimmen, was ihm eine Mitgliedschaft im DRK wert sei. „Zudem kann die Mitgliedschaft leicht gekündigt werden“, verspricht Koglin. Die DRK-Vertreter sind laut Prader täglich etwa in der Zeit von 12 bis 21 Uhr unterwegs. Am Abend werde natürlich sensibel vorgegangen, um niemanden zu stören. Wer Fragen zur Mitgliederwerbung hat, kann sich in der Kreisgeschäftsstelle bei Ingrid Wisbar informieren. Sie ist unter Telefon 0 47 91 / 92 00 15 erreichbar.

„Wir brauchen mehr helfende Hände.“ Carsten Koglin, Ortsverbandsvorsitzender

28. Juli 2017 00:04 Uhr. Alter: 78 Tage