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Nur ein kleiner Pieks

Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes im Hamme-Forum läuft schleppend an

Ritterhude. Ferienzeit, schwüle Witterung und ständige Regengüsse – der jüngste Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ritterhude lief eher stockend an. „Viele kommen erst nach Feierabend. Aber heute läuft es schleppend. Auch einige Helfer sind ausgefallen“ bedauerte Brunhilde Metscher, seit 45 Jahren „Motor“ der Blutspendeaktionen in Ritterhude. Dennoch fanden bis 17 Uhr schon mehr als 100 Menschen den Weg ins Hamme Forum, um sich einen halben Liter des roten Lebenssaftes abzapfen zu lassen.

So auch Carsten Lilienthal aus Ihlpohl. „Ich bin da mit 18 Jahren so reingerutscht. Mein Vater, mein Onkel, meine Schwester - alle haben Blut gespendet“ so der 40-Jährige über familiäre Vorbilder. Bisher hat er schon 70 Mal Blut gespendet. Fast hätte es heute nicht geklappt. Er ist erst vor zwei Tagen vom Urlaub am Gardasee zurückgekehrt, wo eine Infektion grassierte. „Aber ich habe Glück gehabt. Denn ich war außerhalb dieses Gebietes“, erzählte er und ließ sich mit der Punktionsnadel 500 Milliliter Blut aus der Vene in seiner rechten Ellenbogenbeuge abzapfen. Zuvor hatte er in einem Formular über seinen Gesundheitszustand Auskunft gegeben. Wie alle Spender klärte man ihn über die Risiken auf.

Der Ablauf ist für die vielen Wiederholungstäter in Ritterhude schon Routine. Sie legen ihren Spenderausweis vor und lassen sich registrieren. Dann füllen sie den Fragebogen aus und lassen sich Fieber messen. Es folgen ein Bluttest und eine ärztliche Untersuchung. Ein Mediziner entscheidet, ob der Spender geeignet ist. Dabei ist Sicherheit das oberste Gebot. Gesundheitlich angegriffene Menschen, Prostituierte, Homosexuelle und Drogenabhängige dürfen nicht spenden. Jede abgegebene Blutspende wird auf HIV (AIDS), Gelbsucht (Hepatitis B und C) sowie Syphilis getestet. Sollten bei den Laboruntersuchungen der Blutproben krankhafte Befunde auftreten, wird der Spender umgehend informiert. Alle Spender erhalten einen persönlichen Unfallhilfe- und Blutspende-Pass, in dem ihre Blutgruppe vermerkt ist. Nach der Aufnahme der Daten erhält der Spender das Equipment und nimmt auf dem Liegestuhl Platz, wo ihm eine Fachkraft das Blut aus dem Arm entnimmt.

Als Dank für ihren Einsatz können die Spender sich nach der Versorgung der Einstichstelle und einer Ruhephase an einem reichhaltigen Buffet stärken. Wie Carsten Lilienthal schätzen auch andere Spender diese kulinarische Anerkennung. „Da kann man sich nicht beschweren. Ich komme immer her, wenn es mein Schichtdienst zulässt“ so der Maschinenführer. Ein eingespieltes Team von Helferinnen bestückt diesen reich gedeckten Tisch mit Salaten, Schnittchen, Kuchen und Getränken. Die Zutaten dafür spendet der DRK-Ortsverband.

Täglich werden in Deutschland 15 000 Blutspenden für Transfusionen nach Unfällen, bei Operationen oder Transplantationen und in der Krebsmedizin benötigt. Die gute Versorgung der Patienten mit diesem Lebenssaft ist nur möglich, weil sich immer wieder Spender finden, die sich bei den regionalen Blutspendeterminen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen halben Liter des lebensrettenden Saftes abzapfen lassen. Wer sich gesund fühlt, mehr als 50 Kilo wiegt und das 18.te Lebensjahr vollendet hat, bringt gute Voraussetzungen mit.

In Ritterhude lädt das DRK fünf Mal pro Jahr zum Blutspenden ins Hamme Forum ein. Der nächste Termin ist am 13. September zwischen 15 und 20 Uhr

6. Juli 2017 18:02 Uhr. Alter: 138 Tage