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Erst der Mensch, dann die Zahlen

DRK lässt gleich zwei ereignisreiche und mehr als fleißige Jahre Revue passieren – der Fachkräftemangel bereitet Sorgen

BU: Die langjährigen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes wurden auf der Jahreshauptversammlung für ihre Arbeit ausgezeichnet. Foto: DRK

Landkreis Osterholz. Der DRK-Kreisverband Osterholz hält normalerweise jedes Jahr eine ordentliche Jahreshauptversammlung ab. Im vergangenen Jahr gab es aufgrund der hohen Anzahl an geflüchteten Menschen sehr viel zu tun. Erst der Mensch und dann die Zahlen, sagte man sich und verschob die Versammlung. So standen dieses Mal zwei Jahre auf der Tagesordnung.

2015 und 2016 waren nicht nur für das Rote Kreuz im Landkreis ereignisreiche Jahre. Viele Menschen mussten schnell versorgt werden. Ein neues Zuhause, wenn auch nur übergangsweise, musste schnell in der ehemaligen Kaserne in Schwanewede errichtet werden. Die fünf Bereitschaften leisteten 2015 zu den normalen 8900 Stunden weitere 1860 Stunden und das allein in der Notunterkunft Schwanewede. Zehntausende Kleidungsstücke wurden von den Kleiderkammern ausgegeben. Die erste Kreisrätin des Landkreises Osterholz, Heike Schumacher, lobte in Vertretung des Landrates das Engagement der unzähligen Helfer: „So viel Hilfsbereitschaft ist aller Ehren wert“, sagte sie.

Aber auch in den anderen Bereichen des DRK wurde mehr als fleißig gearbeitet. In 2015 und 2016 wurden rund 450 Erste-Hilfe-Lehrgänge für 5500 Teilnehmer veranstaltet. Dabei handelt es sich um einen neuen Teilnehmerrekord, der auf eine Novellierung in den Lehrgängen zurückzuführen sei, erklärte Ausbildungsbeauftragter Dieter Meier. Künftig können Interessierte das Zwei-Tages-Programm an nur einem Tag durchlaufen.

Beim Essen auf Rädern konnte ebenfalls ein Zuwachs verzeichnet werden, rund 50 000 Mahlzeiten wurden 2016 verteilt. Bei den ganz jungen Kunden sind es inzwischen fast 600 Kinder in den Kindertagesstätten des DRK im Landkreis. Auch hier wird noch Zuwachs durch den Ausbau, beziehungsweise Neubau von Einrichtungen erwartet.

In der Pflege fließt ein ortsansässiges Unternehmen ab Januar in das DRK ein, also auch in diesem Bereich Zuwachsraten. „Einzig der Fachkräftemangel bereitet uns Sorgen“, erklärte der vorherige Geschäftsführer aus den Jahren 2015/2016 Volker Leopold. 350 Menschen sind mittlerweile an das Hausnotrufsystem angeschlossen.

In Zahlen erklärt waren beide Jahre positiv. Schatzmeister Volker Lütjen bescheinigte dem Kreisverband solide bis gut aufgestellt zu sein. 2015 gab es einen Umsatz von 10,9 Millionen Euro und 2016 rund 11,9 Millionen Euro. 2018 strebt das Präsidium und die Geschäftsführung ein weiteres Wachstum an. „Das ist schon keine kleine Nummer mehr, hier wird richtig etwas bewegt“, erklärte DRK-Präsident Thorben Prenntzell, der auch Vorstand der Kreissparkasse Osterholz ist. Personell musste der Verband auch aufstocken von 180 auf 190 hauptamtliche Mitarbeiterkapazitäten. Und wer viel arbeitet braucht auch ab und an mal ein Dankeschön. Natürlich kamen die langjährigen Helfer an dem Abend nicht zu kurz: 23 Rotkreuzler wurden für ihre Treue ausgezeichnet. Gisela Wegner und Evelyn Spang sogar für 35 Jahre Mitarbeit.

„So viel Hilfsbereitschaft ist aller Ehren wert.“

Heike Schumacher

12. Dezember 2017 07:46 Uhr. Alter: 38 Tage